Gibt es eine gesundheitsschädliche Strahlung bei einer MRT?
November 18, 2019

MRT in der Schwangerschaft: ja oder nein?

Während der Schwangerschaft stellen die Gesundheit von Mutter und Kind oberste Priorität dar. Dazu sind zum einen viele Regeln und Verhaltensweisen zu befolgen, z. B. eine spezielle Ernährung oder der Verzicht auf Nikotin und Alkohol, zum anderen muss die schwangere Frau verschiedenste Termine zur Vorsorge und Kontrolle wahrnehmen.

Doch was ist, wenn im Körper der Frau etwas nicht in Ordnung ist und der Befund mittels einer MRTUntersuchung abgeklärt werden müsste? Ist die Magnetresonanztomografie (auch: Kernspintomographie) schädlich für den Embryo?

Vorab:
Viele Ärzte und Wissenschaftler sprechen von einer generellen Unbedenklichkeit einer MRT in der Schwangerschaft, wenn die Untersuchung notwendig ist. Trotz der positiven Grundhaltung mancher Kollegen und MRT-Experten sehen wir ein mögliches Risiko für das Baby. Daher distanzieren wir uns in unserer Praxis von MRT-Untersuchungen bei Schwangeren und führen keine MRTs bei schwangeren Frauen durch. Andere Praxen handhaben das anders. Wir sind der Meinung, dass eine Magnetresonanztomographie bei Schwangeren nur bei einer sogenannten vitalen Indikation, also bei lebensbedrohlichen Krankheitsbildern, die lebensrettende Maßnahmen benötigen, in spezialisierten Einrichtungen bzw. Krankenhäusern durchgeführt werden sollte.

Eine MRT ist eine zuverlässige, ungefährliche Untersuchungsmethode

Es kursieren viele Vorurteile, die die MRT betreffen: Die Untersuchung wird mithilfe von radioaktiven Strahlungen durchgeführt, es kommt zu hohen Temperaturen, die Geräusche sind laut, das Klopfen ist schädlich. All dies kann Patienten beunruhigen.

Doch keine Sorge: Es handelt sich dabei nur um Gerüchte!

Fakt ist, dass die MRT-Diagnostik derzeit eines der besten Bildgebungsverfahren darstellt. Dabei können genaue Abbildungen der Organe, Weichteile, Knochen und Blutgefäße erstellt werden. Generell wird die Kernspintomographie eingesetzt, z. B. um Knochenbrüche, Blutungen, Entzündungen, Gefäßveränderungen und Stenosen zu erkennen. Weiterhin können damit auch Überdehnungen und Risse von Bändern und Sehnen zuverlässig diagnostiziert werden. Die Untersuchung ist ebenfalls geeignet, um die Ausprägung einer Arthrose beurteilen. Eine MRT ist zudem eine wertvolle Hilfe in der Tumordiagnostik.

Und am wichtigsten ist: Es sind bisher keine schädlichen Auswirkungen dieser Untersuchungsmethode bekannt.

MRT bei Schwangeren: Geteilte Meinungen

Schwangere Frauen, die möglicherweise eine MRT-Diagnostik benötigen, haben selbstverständlich Angst um ihr Baby, sorgen sich vor körperlichen Fehlbildungen des Kindes oder gar um einen Schwangerschaftsabgang infolge der Untersuchung.

Viele Ärzte sind der Meinung, die Kernspintomographie sei weder für die Mutter noch für das Kind gefährlich. Sie stützen ihre These darauf, dass bei der Untersuchung – anders als bei einer herkömmlichen Röntgenuntersuchung oder einem CT – keine ionisierenden Strahlen zum Einsatz kommen. Demnach seien auch die Patientin nebst Baby keiner Belastung durch Strahlung oder Radioaktivität ausgesetzt.

Ein zweiter Aspekt betrifft die Gewebeerwärmung, die im Zuge einer MRT entstehen und für die Patientin evtl. sogar spürbar sein kann. Viele angehende Mütter haben daher Sorge, dass die erhöhte Temperatur für das Baby schädlich sein könnte. Manche Ärzte meinen, dies sei nicht der Fall, da die potenzielle Temperaturerhöhung sehr gering ist.

Der dritte möglicherweise kritische Punkt betrifft die klopfenden Geräusche der MRT, die von manchen Patientinnen als sehr laut empfunden werden. Auch hier entsteht häufig Angst davor, dass der erhöhte Lautstärkepegel schädlich für den Embryo sein könnte. Verfechter der Magnetresonanztomographie bei Schwangeren berufen sich darauf, dass es keine wissenschaftlich belegten Daten gibt, die dies beweisen.

In manchen Punkten herrscht aber auch Einigkeit: Dies betrifft sowohl den Untersuchungszeitpunkt in der Schwangerschaft als auch die Gabe von Kontrastmitteln.

So gilt: Die Untersuchungsmethode sollte vorsichthalber nicht im ersten Drittel der Schwangerschaft durchgeführt werden (Ausnahme: eine vitale Indikation für die Mutter).

Experten raten zudem dazu, während der Schwangerschaft auf die Gabe von Kontrastmitteln zu verzichten. Beispielsweise das Mittel Gadolinium steht im Verdacht, bei Kindern in den ersten vier Lebensjahren rheumatische oder andere entzündliche Erkrankungen zu begünstigen, wenn die Mutter es während der Schwangerschaft für eine Untersuchung einnehmen musste.

Fazit: Jain zu MRT bei schwangeren Frauen

Eine Schwangerschaft schließt eine Magnetresonanztomographie grundsätzlich nicht aus.
Jedoch sollte immer die Indikation bedacht werden („Bringt uns eine MRT in der Diagnose weiter?“). Sind Notwendigkeit und Nutzen einer MRT fraglich, so sollte in der Schwangerschaft darauf verzichtet werden.

MRT Frankfurt

Wir sind auf die Magnetresonanztomographie spezialisiert und bieten in unserer Praxis in Frankfurt modernste Technik an. Unser MRT-Gerät hat einen Röhrendurchmesser von 70 cm und ist somit viel weiter als übliche Geräte. Mit einer MoodLight-Beleuchtung und individueller Wunschmusik sorgen wir für eine angenehme Atmosphäre während der Untersuchung. Vorsichtshalber untersuchen wir jedoch keine Schwangeren, da wir ein Risiko für das Baby nicht vollends ausschließen können.

MRT Frankfurt – Dr. Catarina Jung